
Baustart für das Bürgerenergieprojekt Windkraft Forstenrieder Park v.l.n.r: Bürgermeister von Neuried Harald Zipfel, Landrat Christoph Göbel, Bürgermeisterin von Pullach Susanna Tausendfreund, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Geschäftsführerin und Vorständin Energiegenossenschaft Beng eG Katharina Habersbrunner, Vorstand der Bayerischen Staatsforsten Martin Neumeyer, Bürgermeister von Schäftlarn Christian Fürst und Bürgermeister von Baierbrunn Patrick Ott.
Mit dem Spatenstich am 23.02.2026 beginnt die offizielle Bauphase des Bürgerwindprojekts Windkraft Forstenrieder Park. Begonnen wird mit dem Ausbau des bereits bestehenden Forstwegenetzes. Danach starten die Fundamentarbeiten.
Strom für 20.000 Haushalte: Mit dem Bürgerwindprojekts Windkraft Forstenrieder Park entsteht ein wichtiger Beitrag für Energieunabhängigkeit und Klimaschutz im Süden Münchens. Mit dem Spatenstich am Montag (23. Februar) geht das Projekt jetzt in die Bauphase – und wird damit zunehmend sichtbarer.
„Der Aufwand für den Bau eines Windparks ist enorm. Alleine hätten wir die vielen notwendigen Gutachten nicht schultern können. Dass wir jetzt am Punkt des Spatenstichs sind, wäre ohne die gute Kooperation mit unseren Nachbargemeinden nicht möglich gewesen“, sagt Christian Fürst, Bürgermeister der Gemeinde Schäftlarn.
Seine Gemeinde ist die südlichste der vier am Windpark beteiligten Kommunen. Zusammen haben die vier Gemeinden Baierbrunn, Neuried, Pullach und Schäftlarn insgesamt sechs Windenergieanlagen auf den Weg gebracht. „Zwei davon sind der Geothermiegesellschaft Innovative Energie Pullach, kurz IEP, zugeordnet. Der regional erzeugte Ökostrom aus der Windkraft wird direkt für den Betrieb der Geothermiepumpen verwendet“, sagt Susanna Tausendfreund. „Auch die Geothermie ist in kommunaler Hand, denn die IEP ist eine einhundertprozentige Tochter der Gemeinde Pullach.“
Anlagen in Bürgerhand
Ein aus Sicht der ersten Bürgermeisterin der Gemeinde Pullach wichtiger Schritt in Richtung Unabhängigkeit von fossilen Energiequellen: „Oberbayern ist Strommangelland. Der Ausbau erneuerbarer Stromquellen ist wesentliche Voraussetzung für den weiteren Ausbau der Geothermie, die für nachhaltige Wärme- und Kälteversorgung wesentlich für die Energiewende und den Klimaschutz ist“, sagt sie.
Die übrigen vier Windenergieanlagen verteilen sich auf die vier Gemeinden – und auf die Energiegenossenschaften BENG eG und Fünfseenland eG, die ebenfalls an dem Windpark und seiner Betreibergesellschaft beteiligt sind: „Damit sind diese vier Anlagen vollständig in Bürgerhand“, sagt Harald Zipfel, erster Bürgermeister der Gemeinde Neuried.
„Uns ist es wichtig, dass hier Menschen aus der Region für Menschen in der Region arbeiten. Über die beiden Energiegenossenschaften ist eine direkte finanzielle Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger möglich geworden. Hinzu kommt die indirekte Beteiligung durch die Gemeinden. Bei diesem Projekt gibt es keine Fremdinvestoren – alles ist regional“, sagt er.
Aus der Region für die Region
Die regionale Wertschöpfung war auch für Patrick Ott, Bürgermeister von Baierbrunn, ein wichtiger Grund, um sich mit seiner Gemeinde an dem Projekt zu beteiligen: „Weil wir Energie woanders einkaufen müssen, fließen jährlich hohe Millionensummen aus unserem Landkreis ab. Je mehr Strom wir vor unserer Haustür erzeugen, desto mehr Geld bleibt in unserer Region. Der Windpark soll Ende des Jahres ans Netz gehen. Ab 2027 können wir dann gemeinsam von unserem Strom profitieren.“
So sieht es auch Bayern Energie- und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, ebenfalls beim Spatenstich vor Ort: „Der Windpark im Forstenrieder Park zeigt, wie Energiewende funktioniert: regional und bürgernah. Genau solche Projekte brauchen wir – mit Kommunen, die anpacken, mit Bürgern, die sich beteiligen, und mit Wertschöpfung, die in der Region bleibt. Sechs Anlagen, 33 Megawatt Leistung und Strom für rund 20.000 Haushalte sind ein starkes Signal für mehr Energieunabhängigkeit. Wenn wir unsere eigenen Ressourcen nutzen, machen wir uns Schritt für Schritt unabhängiger von teuren Importen und stärken gleichzeitig unseren Wirtschaftsstandort“, sagt er.
Bevor es soweit ist und die Anlagen ans Netz gehen können, muss jetzt allerdings erst einmal gebaut werden. Los geht es mit der Befestigung der bereits vorhandenen Forstwege. Wie viele Wälder um München verfügt auch der Forstenrieder Park über ein oftmals schnurgrades und gut befestigtes Wegenetz. Das muss allerdings an manchen Stellen etwas freigeschnitten und nachgebessert werden. Danach starten in wenigen Wochen die tatsächlichen Fundamentarbeiten. Über den Baufortschritt können sich Bürgerinnen und Bürger jederzeit unter www.windkraft-forstenriederpark.de informieren.
In Kürze: Das Bürgerwindprojekt Windkraft Forstenrieder Park
Das Bürgerwindprojekt Windkraft Forstenrieder Park gehört den Bürgerinnen und Bürgern über die vier Gemeinden Baierbrunn, Neuried, Pullach, Schäftlarn und über die direkte Beteiligung über die Energiegenossenschaften BENG eG und Energie-Genossenschaft Fünfseenland eG. Zwei Windkraftanlagen gehören der Innovative Energie für Pullach (IEP) GmbH, die das Vorhaben leitet. Der oberbayerische Windkümmerer Beermann Energiesysteme GmbH hat die Planung bis zum Erhalt der Genehmigung übernommen. Den weiteren Projektverlauf leitet die IEP. Über die Beteiligungen profitieren die Bürgerinnen und Bürger der Region unmittelbar vom Erlös des lokal produzierten Stroms, wenn sie Ökostrom beziehen.
Die wichtigsten Fakten zum Bürgerenergieprojekt Windkraft Forstenrieder Park:
- 6 Windräder, davon gehören 4 den Bürgerinnen und Bürgern (über die Gemeinden und den beteiligten Energiegenossenschaften) und 2 der IEP
- Der Windpark hat eine Gesamtleistung von 33 Megawatt
- Rund 20.000 Zwei-Personen-Haushalte werden bilanziell pro Jahr mit Strom versorgt
- Jede Anlage hat eine Gesamthöhe von 246 Metern
